Die Geschichte hinter einer neuen Generation an Getränkeverpackungen

27. August 2026

Wie Menschen, Gesetzgeber und Marken dazu beitrugen, die Zukunft des Multipacks neu zu gestalten

Bevor Mikroplastik Teil der öffentlichen Diskussion wurde, wuchsen die Sorgen über Plastikmüll bereits.

Bilder von Wildtieren, die von weggeworfenen Verpackungen beeinträchtigt wurden, erinnerten eindringlich an die größere Herausforderung und veranlassten Verbraucher, politische Entscheidungsträger und Marken dazu, die Art der Verpackungsgestaltung und den Verbleib der Materialien am Ende des Lebenszyklus zu überdenken.


Die Entdeckungen im Zeitplan: Kunststoff in Gewässern verstehen

1960er: Der kostengünstige und leichte Kunststoff-Sixpack-Ringträger wurde erfunden und schnell zum festen Bestandteil in Lebensmittelgeschäften und Kühlboxen.

1970er: Bilder von Vögeln, Fischen und Schildkröten, die von weggeworfenen Kunststoffringen betroffen waren, trugen dazu bei, das öffentliche Bewusstsein für das Problem zu schärfen und eine einfache Botschaft an die Öffentlichkeit zu inspirieren: Die Ringe sollten vor dem Wegwerfen durchgeschnitten werden.

1972: Die Forscher Edward J. Carpenter und Kenneth L. Smith Jr. berichteten, Kunststoffpartikel in der gesamten Sargassosee gefunden zu haben – ein frühes Ergebnis, das zu einem wachsenden Verständnis der Wissenschaft dafür beitragen würde, wie sich Kunststoffe im Laufe der Zeit in der Umwelt verhalten.

1980er bis 1990er: Strandreinigungen verdeutlichten das Ausmaß der Kunststoffverschmutzung durch Müll, während Geschichten wie die von Peanut, einer Schildkröte aus Missouri, die 1993 mit einem durch einen Six-Pack-Ring deformierten Panzer in Form der Zahl Acht gefunden wurde, dazu beitrugen, das Thema stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, und die Forderungen nach Maßnahmen verstärkten.

2010er: Peanuts Bild verbreitete sich später weithin in Social Media und trug dazu bei, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen von weggeworfenem Kunststoff auf Wildtiere zu richten. 2015 lenkte ein virales Video, das vom Forschungsteam der Meeresbiologin Christine Figgener in Costa Rica gefilmt wurde, internationale Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen der Verschmutzung durch Kunststoff auf eine Meeresschildkröte. Zwei Jahre später brachte BBC’s Blue Planet II die Bedenken über die Verschmutzung des Ozeans durch Kunststoff einem Publikum auf der ganzen Welt näher.

Der Six-Pack-Ring wurde damit Teil einer viel größeren Geschichte: eine wachsende Erkenntnis, dass Verpackungsentscheidungen über Nutzung und Komfort hinausgehen und auch das betreffen, was am Ende des Lebenszyklus geschieht.


Eine ansteigende Welle der öffentlichen Besorgnis

Was mit Bemühungen begann, sichtbaren Müll und die Auswirkungen auf Wildtiere anzugehen, entwickelte sich allmählich zu einer breiter gefächerten Debatte über Verpackungsabfälle und den langfristigen Umgang damit. Als die öffentliche Besorgnis wuchs, führten staatliche Behörden zunehmend politische Maßnahmen ein, die darauf abzielten, Verpackungsabfälle zu verringern und die Verantwortung der Hersteller für in Verkehr gebrachte Materialien zu stärken.

Frühe US-Regulierungen zielten darauf ab, dass sich Kunststoffringe schneller zersetzen. Bis zum Jahr 1994 verabschiedeten 27 Bundesstaaten Gesetze zu abbaubaren Kunststoffen. In den Jahrzehnten danach entwickelten sich die regulatorischen Ansätze weiter, während politische Entscheidungsträger verschiedene Wege erkundeten, um Verpackungsabfälle und deren Umweltauswirkungen anzugehen.

In Europa schuf 2019 die Einwegkunststoffrichtlinie (Single-Use Plastics Directive, SUPD) einen Rahmen, damit die Mitgliedstaaten den Verbrauch bestimmter Kunststoffprodukte durch nationale Gesetze reduzieren, wobei der Schwerpunkt auf Abfällen liegt, die häufig an Stränden zu finden sind. Six-Pack-Ringe wurden in das Strandmüllinventar der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission aufgenommen, gehörten jedoch nicht zu den am höchsten eingestuften Abfällen, welche die endgültigen Kategorien der „Top 10“ für Einwegkunststoffe der Richtlinie bildeten. Sie wurden außerdem als Verpackungsformat identifiziert, das für Meerestiere mit einem gemeldeten Risiko des Verhedderns in Verbindung gebracht wird.

Die Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) der Europäischen Union stellt einen umfassenderen Ansatz dar. Im Gegensatz zur SUPD legt die PPWR ein einheitliches Regelwerk für die gesamte EU fest. Ab 2030 werden bestimmte Verpackungsformate aus Einweg-Kunststoff, die zur Gruppierung von Produkten dienen (wie Kunststoffringe, Schrumpffolie und Bündelbänder), in einigen Anwendungen nicht mehr zulässig sein.

Die Verordnung spiegelt einen umfassenderen Sinneswandel rund um das Thema Verpackungsabfälle wider. Einige Multipack-Formate gelten als vermeidbar, während andere vor Herausforderungen in Bezug auf Sammeln, Sortieren und Recyceln stehen. Kunststoffringe können beispielsweise aufgrund ihrer Größe schwer zu erfassen und zu sortieren sein, während flexible Folien wie Schrumpffolie oft relativ niedrige Recyclingquoten aufweisen. Zusammen haben diese Bedenken zu einem stärkeren regulatorischen Fokus auf Abfallvermeidung und Zirkularität von Verpackungen beigetragen.


Entwicklung besserer Multipacks

„Die besten Innovationen lösen nicht nur Probleme von heute, sondern helfen uns auch, uns auf morgen vorzubereiten.“

– Adriana Dale, Global Marketing Director, Graphic Packaging International

Seit Jahrzehnten hat Getränkeverpackung ein einfaches Problem gelöst: wie sich mehrere Dosen oder Flaschen im Einklang mit Leistung, Kosten und Materialeinsatz sicher bündeln lassen. Die Verpackung muss den Vertriebsnetzwerken standhalten, schwere, mit Flüssigkeit gefüllte Behälter tragen, mit hoher Geschwindigkeit auf Verpackungslinien laufen und für Verbraucher intuitiv zu tragen, zu öffnen und zu recyceln sein.

Pappe spielt seit langem eine Rolle in der Getränkeverpackung. Der stärkere Fokus auf Verpackungsabfälle, sich weiterentwickelnde Vorschriften und veränderte Markterwartungen beschleunigten Innovationen bei auf Pappe basierten Multipack-Lösungen. Diese Formate sind darauf ausgelegt, Getränke zu sichern, zu tragen und zu präsentieren, und bei vorhandener Infrastruktur für das Recycling von Papier und Pappe in bestehende Recyclingströme des Haushalts integriert zu werden.

Doch wie Adriana Dale, Global Marketing Director bei Graphic Packaging International, erklärt: „Oft geht es nicht nur darum, ein Material durch ein anderes zu ersetzen. Es geht darum, das Verpackungssystem als Ganzes zu überdenken und darum, wie Produkte gebündelt, verteilt, konsumiert und nach der Nutzung gehandhabt werden.“

Zu den sichtbarsten Beispielen zählt KeelClip™. Der Getränkedosen-Clip aus Pappe ist so konzipiert, dass er Getränke durch präzisionsgefertigte Verriegelungsmerkmale, die an der Oberseite der Verpackung integriert sind, sicher bündelt, wobei die Integrität der Verpackung während Transport und Handhabung aufrechterhalten bleibt.

KeelClip™ ist eine Clip-Multipack-Lösung aus Pappe, die Kunststoffringe und Schrumpffolie ersetzt.

Dieselbe Engineering-Philosophie erstreckt sich über eine Familie aus Clip-Multipack-Lösungen von Graphic Packaging International, darunter EnviroClip™, GripClip™ und Cap-It™. Jedes der Beispiele ist darauf ausgelegt, unterschiedliche Kundenbedürfnisse zu erfüllen und dabei ein ausgewogenes Verhältnis aus Tragkraft, Präsenzwirkung im Regal, hohe Leistung bei der Fertigung und Materialeinsatz zu bieten. Einige priorisieren ein geringes Gewicht, während es bei anderen vordergründig um verbesserte Ergonomie oder die Kompatibilität mit verschiedenen Behältertypen und Verpackungskonfigurationen geht.

Recycelbare Clip-Multipack-Lösungen aus Pappe für Lebensmittel und Getränke ersetzen Kunststoffringe und Schrumpffolie.

Zusammen spiegeln diese Lösungsbeispiele einen breiteren Wandel hin zu Verpackungsdesigns wider, die Funktionalität, Effizienz und sich wandelnde Markterwartungen in Einklang bringen.


Wie der Fortschritt Gestalt annimmt

„Diese Bilder haben uns die Konsequenzen unserer Kaufentscheidungen gezeigt. Und wenn den Menschen genug daran liegt, möchten sie die Lage verbessern. Das schafft die Nachfrage nach besseren Lösungen und innovativen Ideen, die zur Lösung dieser Probleme beitragen können.“

— Moira Gula, Sustainability Associate, Graphic Packaging International

Angesichts des Ausmaßes heutiger Herausforderungen für den Umweltschutz stellt sich leicht ein Gefühl der Überwältigung und die Frage ein, ob ein bedeutender Wandel tatsächlich möglich ist. Doch Geschichten wie diese zeigen, wie das öffentliche Bewusstsein, wissenschaftliches Verständnis, Regulierung und Innovation ineinandergreifen können, um im Laufe der Zeit den Fortschritt zu gestalten. Sie sollen als Erinnerung daran dienen, dass viele Umweltherausforderungen keine statischen Probleme sind, sondern als Systeme mit neuen Herangehensweisen und Entwicklungen neue Wege beschreiten können.

Was mit Bedenken hinsichtlich der Vermüllung und die Auswirkung auf Wildtiere begann, entwickelte sich zu breiter gefächerten Diskussionen über Verpackungsdesign, Materialauswahl und den Umgang am Ende der Lebensdauer. Das ergab nicht eine Einzellösung, sondern eine Bandbreite an Ansätzen, die auf unterschiedliche Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette und des Verpackungslebenszyklus abzielten.

Fortschritt ergibt sich selten aus einem einzigen Durchbruch. Deutlich häufiger nimmt er durch viele kleine Verbesserungen Gestalt an, gestützt auf Erkenntnisse, ermöglicht durch Innovationen und vorangetrieben von Menschen, denen genug an Verbesserungen liegt.

Culture Wave ist eine Sonderreihe, die die kulturellen Kräfte untersucht, die die Verpackungen in unserem Alltag prägen. Folgen Sie der Welle: Abonnieren Sie den Newsletter „The Die Cut“ auf LinkedIn.

Powered by Translations.com GlobalLink Web Software